Liebe Freunde und Mitglieder der Kolpingsfamilie St. Korbinian,

 

bald dürfen wir das Osterfest feiern, das größte Zeichen von Gottes Barmherzigkeit, die als Kern unseres Glaubens uns ermutigt, in einer Welt voller Angst, Unzulänglichkeit, Krieg, Missgunst und Hass Zeichen zu setzen und Zeichen zu sein, dass es auch anders geht.

So sei es auch mir gestattet, das von Papst Franziskus für dieses Kirchenjahr herausgestellte Thema kurz aufzugreifen:

„Vergeben und vergessen“

Im Unterschied und Gegensatz zu dieser Redensart hört man Menschen oft sagen:

„Das kann und das will ich dir zwar vergeben, aber vergessen kann ich das nicht.“ So mancher von uns wird das als eine tragische Erfahrung bestätigen können, etwa als Eheleute, als Freunde und Partner. Sie wollen einen Schlussstrich ziehen unter eine Verfehlung, einen Verstoß gegen Liebe, Treue und Vertrauen. Den Schritt, einander zu verzeihen, den tun sie zwar. Aber da bleibt eine Hintertür, ist doch der schuldig Gewordene in der schwächeren Position. Oder dem, der Unrecht erlitten hat, will es nicht gelingen, wirklich zu vergessen und das Vergehen nicht mehr beim Namen zu nennen.

Vergeben und Vergessen meint ein aufrichtiges und ein uneingeschränktes Verzeihen. Nachdem sich der andere entschuldigt hat, ist die Sache erledigt. Da gibt es kein Nachtragen und keine Wiederaufnahme des „Verfahrens“. Die Sache ist für immer vergeben und vergessen. Welch' großartiger Liebeserweis!

Bei Gott ist das so. Die Bibel sagt von ihm: “Keiner mehr wird den anderen belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, klein und groß, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. Denn ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr“ (Jer 31, 34). Wenn Gott vergibt, dann tut er es ganz und gar. Da gibt es keine Wiedervorlage im Falle eines Rückfalls. Er trägt nicht nach, sondern trägt in seinem Sohn all unsere Schuld, um sie am Kreuz zu sühnen. „Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen…Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat“ (Kol 2, 14).

Es ist zweifelsohne eine Höchstform menschlicher Liebe, einander ganz und gar zu vergeben, vollends zu vergeben und zu vergessen! Adolph Kolping sagt: „Wer Liebe und Barmherzigkeit haben will, muss sie selbst geben und gewähren!“

In diesem Sinne möchte ich Ihnen eine erfüllte, sinnstiftende Fastenzeit und ein wunderbares Osterfest in der Freude über Gottes Vergebung und Barmherzigkeit wünschen!

Roland Keller

1. Vorsitzender KF St. Korbinian


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