08.12.1813 Adolph Kolping wird in Kerpen bei Köln geboren
1826-1837 Lehre und Geselle als Schuhmacher
1837-1841 Schüler des Marzellengymnasiums in Köln
1841-1842 Studium an der Universität München
1842-1844 Studium an der Universität Bonn
1844-1845 Priesterseminar in Köln
13.04.1845 Priesterweihe in der Minoritenkirche
1845-1849 Kaplan und Religionslehrer in Elberfeld
Juli 1849 Präses der Elberfelder Gesellenvereins
01.04.1849 Domvikar in Köln
06.05.1849 Gründung des Kölner Gesellenvereins
01.01.1862 Rektor der Minoritenkirche
22.04.1862 Päpstlicher Geheimkämmerer
04.12.1865 Todestag
30.04.1866 Überführung der Gebeine Kolpings in die Minoritenkirche
27.10.1991 Seligsprechung in Rom

Kennen Sie Adolph Kolping?

Kolping als kirchlicher Reformer.

Kirchliche Reformen waren die gesamte Geschichte hindurch sehr mühsam und sind fast nie von oben her durchgesetzt worden. Die kirchliche Institution hat etwas extrem Beharrendes und Restauratives an sich.

Kirchliche Reformen sind durchwegs von unten, von einzelnen tief charismatischen Menschen gekommen oder haben sich aus Notsituationen zwangsläufig durchgesetzt. Im Altertum und im Mittelalter waren es vor allem die Orden, die Mönchsbewegungen, die selbst manchmal in den Verdacht der Häresie kamen, wie beispielsweise die Armutsbewegung mit dem heiligen Franz von Assisi als außergewöhnlicher geistlicher Persönlichkeit.

Es passt also genau dazu, dass im 19. Jahrhundert die offizielle Kirche die industrielle Revolution und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen und neuen sozialen Nöte schlechtweg ignoriert hat. Wenige kirchliche Persönlichkeiten wie vor allem Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811–1877), zugleich Politiker und Gründer der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, und Karl Freiherr von Vogelsang, deutscher katholischer Sozialreformer, 1818 - 1890, der die christlich-soziale Bewegung in Österreich gründete, sind hier aktiv geworden. Man musste sich manchmal herber Kritik aussetzen nach dem Motto: „Das ist doch nicht die Aufgabe der Kirche!“

Am wirksamsten ist sicher in den Fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts Adolph Kolping geworden, und schließlich konnte auch die offizielle Kirche nicht mehr wegschauen, die sich nach den Turbulenzen von 1848, der sozialistisch-kollektivistischen Bewegung von Karl Marx und auch dem Liberalismus, den nationalistischen Bewegungen vor allem in Italien mit dem damit verbundenen Zerbröckeln des Kirchenstaates sich mehr und mehr ins Schneckenhaus verkrochen hat, statt offensiv die Herausforderung der Zeit anzunehmen. Die Kirche hat in dieser Zeit also von unten her neue Richtungen gewiesen, Antworten gesucht und tatkräftige Hilfe geleistet, insbesondere von den blühenden Gesellenvereinen Adolph Kolpings her, der hier schon Sozialversicherung, Fortbildung und Vorstufen einer Gewerkschaft entworfen hat, lange bevor 1891 Papst Leo XIII. in der Enzyklika „Rerum Novarum“ die längst notwendige Neubesinnung der römisch-katholischen Kirche angesichts einer völlig neuen gesellschaftlichen Situation autoritativ verschriftlicht hat.

Eine Bemerkung sei noch gestattet:

Die offizielle Kirche verhielt sich auch in den letzten Jahrzehnten wieder auf alten Modellen beharrend und tut sich furchtbar schwer, die Zeichen der Zeit zu erkennen und darauf zu reagieren. Man hat den Eindruck, als ob sogar das derzeitige Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Franziskus, gegen die verkrusteten Strukturen der Amtskirche gewissermaßen von unten her ankämpfen müsste und erschreckend starken Widerstand gegen eine doch überraschend neue und lebensnahe Linie verspürt. Aus der Erfahrung Adolph Kolpings ist damit zu rechnen, dass Papst Franziskus einen sehr langen Atem brauchen wird, bis gewisse(Verzeihung!) Sturschädel dahinter kommen, dass sich die Zeiten geändert haben und es überhaupt nichts bringt, sich deshalb ins Schneckenhaus – oder hinter den dicken Mauern des Vatikans oder einer oft unmenschlichen – zu verkriechen.

 


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