Aktuelles

15.10.2018

Orgel- und Chorfahrt nach Bonn/Köln


Am 14.09.2018 trafen sich Chormitglieder, Vorstandsmitglieder des Fördervereins Kirchenmusik an St. Margaret und einige interessierte Gemeindemitglieder zur Abfahrt nach Köln, Bonn, Maria Laach und Castell. Hauptziel der Reise war die Orgelwerkstatt des Bonner Orgelbauer Phillip Klais, der mit Christian Kaps aus Eichenau die Margaretenorgel sanieren wird. Mit leichter Verspätung, verursacht durch den starken Verkehr und eine köstliche Pause im Cafe Schocolat an der Raststätte Hilpoltstein, nahmen wir in Nürnberg Langwasser weitere Sänger vom Kammerchor Nürnberg auf. Christian Bischof, der mit dem Chor noch am Tag zuvor geprobt hatte ging jetzt auch an Bord. Nun waren wir mit 38 Personen komplett.

Zum Start ins Wochenende nahm leider der Verkehr noch zu. Der Wunsch von einigen Mitreisenden den Chor im Kölner Dom zu hören, fand beim Chorleiter Gehör. Ganz spontan setzte Christian Bischof im Bus eine Chorprobe an. Die Noten fanden die Sänger/innen in ihren Laptops oder Smartphones. Für uns Nichtsänger, es waren ein paar dabei, war dies ein Erlebnis der besonderen Art. Erstmals sangen die beiden Chöre zusammen. Nach diversen Stimmlagen bedingten Platzwechseln wurde bis Bonn geübt. Meine Hochachtung für diese improvisierte und doch professionelle Probe.
Mit nun  etwas größerer Verspätung kamen wir singend im Hotel President in Bonn an.
Es blieb nur kurz Zeit die Koffer in der Lobby abzustellen, da das Brauhaus Sion in Köln schon auf uns wartete. Die typisch Kölner Gaststätte versorgte uns sofort mit Kölsch und wir konnten uns bei heimischen Gerichten stärken. Viel Zeit blieb nicht, denn das nächste Highlight wartete schon auf uns. PHILLIP KLAIS erwartete uns am Kölner Wahrzeichen zu einer Nachtführung. Ein erhebendes Gefühl, wenn man die Touristenströme, die tagsüber durch den Dom gehen kennt, fast allein in diesem historischen Bauwerk zu sein. Phillip Klais erklärte uns die gewaltige Orgel mit ihren Nebenwerken. Wir erfuhren viel Interessantes über die Langhaus- und Querhausorgel sowie das westliche Hochdruckwerk. Gespielt werden alle Orgeln von einem Generalspieltisch, der 2002 überarbeitet wurde. Philipp Klais ist der verantwortliche Orgelbauer im Kölner Dom. Eine besondere Nachricht erreicht uns durch die Tagesschau. Der hiesige Orgelbau wurde offiziell auf der Unesco-Liste des immaterillen Kulturerbes aufgenommen. Somit tragen auch wir ein Stück dazu bei!
Nach den theoretischen Ausführungen, die fachlich kompetent, humorig und für Laien verständlich waren, folgte nun die Praxis. Unser Kirchenmusiker durfte auf der gewaltigen Orgel ca. zwanzig Minuten spielen. Die Improvisationen von Christian Bischof waren phantastisch und zauberten nicht nur uns sondern auch Herr Klais ein Lächeln ins Gesicht.
Vor dem Schrein der Heiligen Drei Könige durften zum Abschluss die Chöre das im Bus Erprobte darbieten. Ein toller Augen- und Ohrenschmaus. Zum Dank für seine Bereitschaft und seine Zeit überreichte ich Herrn Klais unseren beliebten Orgelwein und ein Glas Orgelsenf, damit er in Zukunft seinen „Senf dazugeben“ kann. Nach einem Glas Kölsch auf Kosten des Hausherren machte sich die Gruppe auf den Weg zurück nach Bonn.

Ausgeruht und gestärkt durch ein gutes Frühstücksbuffet fuhren wir in die Firma „Johannes Klais Orgelbau“ Bonn. Nach einer herzlichen Begrüßung starteten wir zur Führung. Diese begann im Holzlager der Orgelbaufirma. Wir erfuhren durch Herr Klais viel über die verschiedenen Hölzer und auch über das „Schlabberlätzchen“, welches sich die Holzwürmer bei einer falschen Holzwahl umbinden. Während einer eineinhalbstündigen Führung treppauf und treppab durch die verschiedenen Werkstätten und die Pfeifengießerei erfuhren wir das ganze breite Spektrum des Orgelbaus. Am Modell, welches die Fa. Klais eigens für die Sendung mit der Maus anfertigte, wurde uns die Funktionsweise der Orgel veranschaulicht. Geduldig und mit seinem rheinländischen Humor und Charme beantwortete Herr Klais die vielen Fragen unserer Gruppe. Nicht nur seine Kunst sondern auch seine Firmenphilosophie überzeugt mich und ich freue mich, dass wir diesen Partner für unser Jahrhundertprojekt „ORGEL“ gewinnen konnten.

Der Nachmittag stand im Zeichen von Demokratie und Geschichte. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurden wir beim „Haus der Geschichte“ von kundigen Führern abgeholt. Es ging in das ehemalige Regierungsviertel, wo wir einen Überblick über vergangenes und jetziges Leben in Bonn erhielten. Nach dem Umzug der meisten Ministerien und des Bundestages nach Berlin machten sich die Bonner große Sorgen um Arbeitsplätze und das gesellschaftliche Leben. Unsere kompetente Führerin und begeisterte Bonnerin berichtet uns, dass man nach dem Zuzug von Unesco und UN-Organisationen sowie dem bereits ansässigen größten Arbeitgeber der Deutschen Bundespost schnell merkte, dass die Angst unbegründet war. Den freien Nachmittag verbrachten viele von uns im Haus der Geschichte. Dort wird den Besuchern die deutsche Nachkriegsgeschichte von Ost und West anschaulich und informativ nahe gebracht. Die Ausstellung weckte viele Erinnerungen, die mich in meinem Leben begleitet haben. Den Abend verbrachte ein Großteil der Reisegruppe beim Straßenfest in der Poppeldorfer Alllee, wo unser Hotel lag.

Die Rückfahrt führte uns über die Benediktinerabtei Maria Laach, wo wir den Gottesdienst besuchten und eine kurze Führung der Kirche durch den Abteiorganisten Gereon Krahforst erhielten. Einige verbrachten die Zeit bis zur Weiterfahrt bei der Orgelführung von Christian Bischof, andere stöberten im Klosterladen. Letzte Station war das Weingut Castell, wo wir uns im fürstlichen Weinkeller bei einer  Weinprobe mit Brotzeit für die restliche Wegstrecke stärken konnten.

Ich danke allen Organisatoren für die wunderschöne, gelungene Reise und vielleicht hat die Fahrt den einen oder anderen zum Erwerb einer Orgelpatenschaft animiert. Das würde unsere Kirchenstiftung und mich persönlich sehr freuen.

Nun möchte ich noch ein paar Worte in eigener Sache anbringen. Nach sechs Jahren intensiver Arbeit in der Kirchenverwaltung und zuletzt als komm. Kirchenpfleger werde ich nicht mehr kandidieren. Da mir das Jahrhundertprojekt Orgel aber zur Herzensangelegenheit geworden ist, werde ich mich im Arbeitskreis Orgel weiterhin engagieren. Wir können noch weitere Mitarbeiter und Mitdenker in diesem Team brauchen und vielleicht wollen gerade SIE sich auch einbringen, sprechen Sie mich einfach an!

Nun danke ich Ihnen für Ihr Vertrauen und allen denen, die mich bei meiner Arbeit unterstützt haben herzlich.

Wolfgang Götzke
Kirchenpfleger



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